Nie wieder

crazy

Herr W. schaute in die Auslage, sah Mieder, Messer und Muttermilchpumpen, als die Schaufensterscheibe mit einem lauten Knall und Klirren vor ihm zusammenbrach,
„Nie wieder Mieder“, skandierte eine dreiköpfige Gruppe mittelalter Männer auf der anderen Straßenseite.
Herr W. ging zu ihnen.
„Was, bitteschön, gibt es denn an Miedern auszusetzen?“
Der mittlere Mann, offensichtlich der Anführer, schaute ihn grimmig an, während Beta und Gamma ihren Kopf verlegen zur Seite drehten.
„Wenn Sie wüßten, was wir wissen, würden Sie nicht fragen.“
„Aber Mieder?“
„Schauen Sie.“
Mit einer knappen Geste wies der Anführer seine Mitstreiter an, die Hände auszustrecken. An allen Fingern klebten Pflaster.
„Haben Sie schon mal alte Damen und Herren, die ein Mieder tragen, ausgezogen? Wir sind Pflegehelfer, aber darauf hat man uns in der sechsmonatigen Ausbildung nicht vorbereitet.“
„Und erst das Anziehen“, warf Beta ein, während Gamma zustimmend nickte.
„An diesen Häckchen reiße ich mir jedesmal die Finger auf. Nägel brechen ab, und wenn unser Blut an den fleischfarbenen Stoff kommt, müssen wir auch noch die Reinigung bezahlen.“
„Wir wollen keine Opfer sein.“
„Genau. Nieder mit dem Mieder. Nie wieder Mieder!“
Pussies, dachte Herr W. und ging schnell weiter, da er mit diesem Trio nicht in Verbindung gebracht werden wollte.

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3 x Herr W

Rollei Digital Camera

„Ich glaube an das Positive,“ sagte Herr W.

„Immer wenn ich Sirenen höre denke ich, die Einsatzkräfte holen sich mit Nachdruck Pommes Frittes.“

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„Ich bin mein Autor. Tschaka,“ sagte Herr W müde.

Der Motivationstrainer nickte.

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„Ich les nicht gerne Geschichten aus dem Leben Anderer. Ich lebe sie lieber, “ sagte Herr W.

Eine Tür wurde geöffnet und er fiel aus allen Wolken.