kleine Grube

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Gleich Loch graben.

Kleine Grube für kleinen Kater.

Der liegt jetzt noch, wie weiland seine Vorgängerin, eingehüllt in seine Lieblingsdecke, geschützt durch eine Plastiktüte, in der Tiefkühltruhe.

Herr Peter P. nennt unser Haus despektierlich: Das Haus der Toten!

War ein bißchen viel Gesterbe in letzter Zeit. Schneemond war, der das Ganze auch noch in fahles Nachtlicht hüllte.

Da kann die Psyche schon mal gaga werden.

Ein Exhalbbruder mache die Welle, informiert mich schreckerfüllt die Sekretärin des Bestattungsinstitutes, weil sie, laut Schweigepflicht, ihm nicht sagen dürfe, wann der genaue Beisetzungstermin sei. Er könne doch mich fragen, habe sie gesagt, da hätte er grumbelgrummelbrätsch lautstark das Institut verlassen.

Das wird noch anstrengend.

Nicht ein Hallo in sechzig Jahren. Die Existenz ihrer Schwester ging ihnen lebenslang komplett am Arsch vorbei.

Wir sprachen am Ende ihres Intensivstationaufenthaltes in Herne darüber, als ich ihr sagte, dass sie wirklich kein Fettnäpfchen ihres Lebens auslassen würde. Da lachte sie verhalten zustimmend. Der Tod war ihr da wohl schon zu nah auf die Pelle gerückt. Da sprachen wir auch über Beerdigungen.

„Die will ich nicht dabei haben. Nee. Auf gar keinen Fall. Ich bin doch nicht bekloppt.“

Mit „Die“ waren ihre Brüder gemeint. Ich erfülle bloß ihren Wunsch.

Also zurück zum Loch, zur kleinen Grube.

Die erste Aushebung endete an den Zipfeln der roten Decke der toten Theaterhündin Paula.

Die zweite Grabung wurde unterbrochen, weil ich zuerst glaubte, Meerschweinchenrippchen zu sehen und fragte mich, wieso die so aufgequollen seien.

Aber bei genauerer Betrachtung waren es die Zipfel der Decke von der dicken Katze, die vor ein paar Jahren gestorben ist. Das Meerschwein liegt also zwischen Hund und Katze.

Ich befürchte, unter der Kirsche ist kein Platz mehr. Unter dem Rhabarber liegen noch zwei weitere Katzen.

Wär ich Behörde, ich müßte den Friedhof der Kuscheltiere wegen Überfüllung schließen.

Zum Glück habe ich letztes Jahr die Pfingstrosen hinter dem Zwergahorn umgesetzt. Da ist eine Mulde übriggeblieben.

Also bewege ich da einen halben Kubikmeter Erde, bis die kleine Kiste von Amazon passt.

Dann locken Kaffee, Zigarette und Sonne. Warme Sonne auf meinem Körper.

Die beiden anderen Löcher müssen sich wegen ihrer überfälligen Befüllung noch etwas gedulden.

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