Kissengeknitter

DSC01634„Im Alter braucht man ja nicht mehr so viel Schlaf,“ ist die Antwort, die sich die Bäckereifachferkäuferin gibt, als ich kurz nach sieben auf Kaffee und Croissant vorbeischaue und das für mich schon sehr früh ist.
„Sie tragen das Kissengeknitter noch im Gesicht“, lacht sie. „Gehts gut?“
Ihre Fürsorge ist vorbildlich und ja. Trotz dieser Uhrzeit ist der Moment gut.
Schulkinder hetzen mit furchtsamem Blick vorbei, und ich bin froh, nach Jahren gezählt, kein Kind mehr zu sein.
Stadtanzeiger Dietmar marschiert die Zone hoch. Als er mich sieht, macht er die Daumen-hoch-Geste. Jetzt trägt der Morgen aber ein wenig fett auf.
Die Kühlung summt laut im Hintergrund, und das Bäckereifernsehn erzählt, dass Wildpinkeln in New York ab jetzt ein Bagatelldelikt sei und nicht mehr geahndet werde
„Die Auswahl ist aber nicht sehr üppig,“ meckert eine knurrige Kundin. Es ist 07.20 Uhr und bis auf die Sahneschnitten ist die Auslage komplett.
„Ich schmeiß zwar die Hälfte davon weg, aber man möcht doch was anbieten.“
-Auf´s Maul, bis du nach Schnaps stinkst- steht hinter den Augen der Verkäuferin geschrieben, aber sie bleibt freundlich.
„Möchten Sie eine Quittung?“
„Aber sicher, Schätzchen“, flötet die Kundin so arrogant wie eine high-end-Pfeffersackschabracke.
HH-Othmarschen, wie nah bist Du im Sauerland.

narr

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