Einmal um den Block oder Hipp Hipp Hurray

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Gestern war ein guter Tag. Handwerker bestätigt. Die erste Ahnung von Frühling. Aufbruch. Ab um den Block. Die kleine Runde.

 

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Ohne Autos, die Straßenschilder weg, dann müssten noch zwei Hunde durch das Bild laufen, fertig wär das Mittelalter.

 

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Geschäftiges Treiben allüberall.

 

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Die Stadt nimmt derweil ein Sonnenbad.

 

 

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Selbst Totholz räkelt sich engelsgleich.

 

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Es fühlte sich an,

 

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wie langsames Erwachen.

 

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Schön.

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Noch schöner dann, dass am späten Nachmittag der Ausschuss für Umwelt, Planen und Bauen der Stadt Menden nach dreieinhalb Jahren eingesehen hat, dass Nazischergen nichts auf Straßennamensschildern zu suchen haben. Rassenhansi Wagenfeld und die beiden Nazibräute Kahle und Seidel kommen weg. Mit einstimmigem Beschluss. Hipp Hipp Hurray

 

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Kissengeknitter

DSC01634„Im Alter braucht man ja nicht mehr so viel Schlaf,“ ist die Antwort, die sich die Bäckereifachferkäuferin gibt, als ich kurz nach sieben auf Kaffee und Croissant vorbeischaue und das für mich schon sehr früh ist.
„Sie tragen das Kissengeknitter noch im Gesicht“, lacht sie. „Gehts gut?“
Ihre Fürsorge ist vorbildlich und ja. Trotz dieser Uhrzeit ist der Moment gut.
Schulkinder hetzen mit furchtsamem Blick vorbei, und ich bin froh, nach Jahren gezählt, kein Kind mehr zu sein.
Stadtanzeiger Dietmar marschiert die Zone hoch. Als er mich sieht, macht er die Daumen-hoch-Geste. Jetzt trägt der Morgen aber ein wenig fett auf.
Die Kühlung summt laut im Hintergrund, und das Bäckereifernsehn erzählt, dass Wildpinkeln in New York ab jetzt ein Bagatelldelikt sei und nicht mehr geahndet werde
„Die Auswahl ist aber nicht sehr üppig,“ meckert eine knurrige Kundin. Es ist 07.20 Uhr und bis auf die Sahneschnitten ist die Auslage komplett.
„Ich schmeiß zwar die Hälfte davon weg, aber man möcht doch was anbieten.“
-Auf´s Maul, bis du nach Schnaps stinkst- steht hinter den Augen der Verkäuferin geschrieben, aber sie bleibt freundlich.
„Möchten Sie eine Quittung?“
„Aber sicher, Schätzchen“, flötet die Kundin so arrogant wie eine high-end-Pfeffersackschabracke.
HH-Othmarschen, wie nah bist Du im Sauerland.

narr

homo nörgelus vulgaris

DSC00889„Wir haben schon Eier im Schnee gesucht.“
Die Rößler-Rentner beschweren sich über den Klimawandel, über verurteilete Fußballmanager auf Bewährung, über Politessen, über Strommasten, Windräder, A46-Gegner, Fußgänger, die schneller gehen als sie, und über die Sonne, die sie gerade blendet.
Ich muß mich nicht in den Großstädten der Republik aufhalten, um ‚besorgten Eiern‘ zu begegnen.
Der homo neophilus, im Volksmund homo nörgelus vulgaris, ist allgegenwärtig.
Aus neophob wird ganz schnell xenophob, und schon bekommt die Schwarte der Kleinbürgerlichkeit eine braune Kruste. Im Kern schweinchenrosa, aussen braun und eine selbstverständliche, anerzogene weiße Überheblichkeit im Alltag. Pommes Bier und Leberwurst. Schweinebratenpflicht.
Nicht ärgern, kleiner Mann. Die große Masse ist noch freundlich.
Frau Merkel, (hätte ich auch nicht erwartet, diese Frau mal lobend zu erwähnen) wird dieses Jahr bestimmt den Friedensnobelpreis erhalten.
Als Fels der Menschlichkeit in der Brandung von Seehofers Gesabbel.
Was geht es uns gut.