Fromme Wünsche

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„Hauptsache kein Regen“, sagt sie laut zur Verkäuferin.
„Die Natur braucht aber Regen“, nuschelt diese in die Kasse.
„Da kann es ja auch regnen. Aber nicht da, wo ich bin. Wo ich bin, soll es schön sein. Trocken, warm, gut riechend, freundlich. Mehr verlange ich nicht vom Leben. Mach ma Mett, aber mit viel Zwiebeln.“

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autsch

DSC00848Ich hab, und es ist mir fast peinlich, gestern den Katzenkotzkeller geputzt, einen Anruf bekommen, irgendwie mit dem Schrubber in der Hand das Telefon aus der Hosentasche gefriemelt und mir dabei die rechte Schulter und den Nacken gezerrt.
So heftig, dass mir auf der Stelle kotzelend wurde, der Kreislauf ausfranste, die linke Hand an weißgekalkter Kellerwand Halt suchte und ich laut loslachte, weil ich mir vorkam, wie Sissi bei ihrem ersten Schwächeanfall.
Lebenstauglich ist was anderes, dachte ich.
Ein Bekannter von mir hatte sich während eines Schachturniers mal den rechten Arm gebrochen.
Das schien mir damals sehr absurd.
Aber ich war jung und elastisch und verstand noch nichts vom Leben.
Mir war nicht klar, dass auch die kleinste Bewegung große Wirkung haben kann.
Aber sich durch das Telefonieren die Schulter zu verrenken, ich finde, da übertreibt der Körper doch ein wenig.

narr

schnell schnell

Jetzt aber wacker noch ein paar Fotos aus dem Garten posten, bevor der Sommer vorbei ist.

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Auf meine Wasserlilie aus der Duschwanne freue ich mich jedes Jahr

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Auf dem Dach über dem Loch blüht es wie verrückt

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Kräuter und Co, alles gut

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Garten ist was für Augen, Nase, Mund und Seele. (Nur für den Rücken ist das nix)

Barfuß

DSC01208„Barfuß über den Bringehof ist das neue Laufen über glühende Kohlen“, murmelte sie.
Sie hatte die Kids ohne Schuhe über Container mit Leuchtstoffröhren, Elektroschrott und Bauschutt hechten gesehen.
Damit lag sie fast richtig mit ihrer Aussage.
Barfuß über den Bringehof war das neue Ritzen.
Großer Druck, die beißende Kälte der Gesellschaft, Jugendliche hatten es in keinem Zeitalter leicht.
Jetzt reagierten sie mit „nu-pieds-parcour“ und hinterließen in der ganzen Stadt ihre blutigen Fußstapfen.
Tagsüber sah man sie mit verbundenen Füßen durch ihre Viertel humpeln, mit Einbruch der Dunkelheit begann ihr blutiger Spaß.
In heißen Sommernächten roch die Stadt wie ein mittelalterliches Schlachtfeld, was den moralischen Zustand der restlichen Welt ziemlich exakt beschrieb.

Hazy

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„Das war noch Musik“, sagt er. “
„Hazy Osterwald“, sagt er und seufzt mit glücksverdrehten Erinnerungsaugen und variabler Aussprache.
Hatzy Osterwald, mit klarem A und scharfem TZ für die deutschsprachigen Kumpels, und Hetzi, mit knappem E, für die Englischversteher.
„Das war noch Musik. Ein Brötchen mit viel Schlitz, bitte.“

Dauerbrenner

DSC01199Die Haut ist jetzt ein Dauerbrenner.
Winnetou – Gedächtnis – Look.
Call me Rothaut, oder Lobster, oder
Schrundel und die sieben Dermatologen, oder
Kaloderma und die Sandtüte Przybylla.
Kratze die Fratze, die Tatze, die Bratze und hör nicht auf,
bis alles rot zusammenfließt.