Vormittägliche Gedanken

DSC01088„Kommst spät. Hast verschlafen“, brüllt der aufgeräumte Theo, als ich die 43 betreten will.
Unterbrich deine Routine. Der Kleinstadt wird es auffallen.
(Nur zur Info: es gibt Theo und es gibt den aufgeräumten Theo. Theo hat schon vor Jahren sein Blut erfolgreich gegen Ouzo ausgetauscht, bei dem aufgeräumten Theo lagen weniger Gyrosreste im Flokati.)
Eine weißhaarige Oma sinniert in tiefstem Ostpreußisch: „Wär ich gewesen friher so dünn, die Leit hätten gefragt: Auschwitz? Heut ist Mode.“
Ein vorbeieilendes Cosplay-Mädchen im kurzen, rosa Rock, weißen Kniestrümpfen und türkisenen Haaren treibt das Läster-Level der Rößler-Rentner auf Schandmaulniveau hoch. Sie sind die Keimzelle aller Trolle und Dummschwätzer.
Keine Ahnung, wieso mir grad jetzt die Geschichte einfällt.
Eine frühe Freundin wohnte mal in dem Dachgeschoß über einer Pommesbude, in der sie auch arbeitete. Gegenüber war eine Metzgerei.
Egal, wie frisch die Bettwäsche, T-Shirts oder Jeans gewaschen waren, allesamt rochen sie immer nach Pommesfett. Und gegenüber in der Metzgerei wurden jeden Dienstag Morgen ein paar Schweine geschlachtet. Ab sechs Uhr in der Früh riß mich das Todesgeschrei der Schweine aus dem postejakularen, romantischen Zweisamkeitsschlummer.
Was das allerdings mit den Rößler-Rentnern zu tun hat, müssen Sie schon selber herausfinden.

narr

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