Sachdienliche Hinweise

DSC00459Erst jetzt wird mir die Wichtigkeit der Mendener Zeitungslandschaft bewusst.
„Haben Sie dieses Brot da? In der Zeitung stand, das soll so gut sein.“
Ich nenne beide Blättchen ab sofort „Sauerländer Bäckerbote“.
Das Neueste aus Backmischung und Zuckerguss.
„Croissant in Kuvertüre ertränkt. Die Polizei nimmt sachdienliche Hinweise entgegen.“
Steht eigentlich New York noch, und müssen wir jetzt Care-Pakete schicken?
Denk an dein Päckchen nach drüben!
Ich würde ihnen ja gerne die völkischen Mitläufer schicken, aber von dem Kroppzeug haben die Armeerikaner selbst genug.
Ein Polizeiwagen rollt langsam durch Mendens Zone. Durch die Frontscheibe scheint rot das Licht der aufnehmenden Kamera. Ob das so legal ist? Einfach mal alle FußgängerInnen filmen? Irgendwer wird schon was illegales tun.
Vielleicht haben sie ja eine Spur des Croissant-Ertränkers.

narr

Schlaflos

Die mongolische Völlerei (Danke Katrin) hat mich mit sehr viel Energie versorgt.

Genug für ein paar griffige Ideen.

Bis drei dabei Notizen.  Dann schlafen.

Denkste.

Bis halb fünf geschwurbelte Phantasien von mindestens fünfzehn Menschen, die mich träumten.

Augen auf und ach du Nacht, von Dir mach ich jetzt Fotos.

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Schon oft gemacht, auch mal zur Nacht, doch noch nie ein Bild des frühen Morgens.

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Das ist das Licht des frühen Vogels.

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Das auch.

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Erinnert das nicht an ein Bild des nächtlichen Gechwurbels

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Verstaubte Klarheit,

DSC00395dann wird es deutlich. Den Lutheranern leuchtet wohl ein Stern.

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Vielleicht ein Trugbild.

Halluzinozen durch erhöhte Sauerstoffzufuhr.

Sah ich nicht ähnlich sanfte Huppel,

Damals?

Nachts?

In Amsterdam?

Da war ich auch so wach mit müden Augen.

Ach was.

Gut Nacht.

narr

Morgengruß

DSC00235„Guten Morgen“.
Es ist das erste Mal, dass er mich grüßt, und es fühlt sich nicht gut an.
Er sagt es sehr klar, sehr deutlich, betont stark das „t“ in „Guten“ und bei dem „o“ von „Morgen“ hebt sich seine Stimme um fast eine Oktave.
Der Gruß wirkt insgesamt musternd, begutachtend, als ginge er davon aus, ich hätte eine, wie auch immer geartete, Straftat begangen, nur habe er es noch nicht herausgefunden.
Beim seinem Morgengruß reckt er das Kinn nach vorne, zeigt damit in meine Richtung, und es wirkt, als wolle er damit auf meine Schädelmitte schlagen.
Die Wangen blankgeschabt und rotfleckig, die Haare stoppelkurz.
Es ist dieses Selbstverständnis der uniformierten Exekutive, stets und überall im Recht zu sein, egal in welcher Situation, welches das zivile Gegenüber einschüchtern soll.
(Stimmt nicht ganz, da ich in Gorleben selbst erlebt habe, wie Polizisten vor dem strahlenden Castor die Arbeit niedergelegt haben, um nicht als Prügelritter zu enden. Aber das waren so wenige.)
Nein. Von diesem, mir unbekannten Polizisten gegrüßt zu werden, fühlt sich sehr unangenehm an.