soziale Interaktion

„Und wir brauchen heute noch etwas soziale Interaktion“, sagte ich zu meiner Liebsten, um wenigstens einen guten Grund für einen kleinen Spaziergang zu benennen.
Wenige Menschen in der Innenstadt, aufgestellte Fernseher quäken in Fußballsprache, einige Entgegenkommende tragen gewickelte Tücher gegen den kalten Wind.
„Möchtest Du im Strandkorb sitzen oder da“, frage ich die Liebste und nicke in Richtung des einzigen, freien Tisches.
„Nicht fragen. Einfach hinsetzen“, erwidert sie, während sich eine energische Mutti an mir vorbeidrängelt und schon mal ihr Handtuch auf dem freien Tisch ablegt.
„Soziale Interaktion“, murmle ich in meinen Milchkaffee.

Waffel in Kuhbar
Waffel in Kuhbar

Auf dem Rückweg, wie süß, sehe ich zunächst zwei Jugendliche durchs Blätterwerk und denke, einer von ihnen trage die Eselsohren, die PuppenSchulte für den Sommernachtstraum gemacht hat, aber zwei Schritte weiter stellt sich heraus, dass es ein in dicke Stacheln gelegter Afrolook ist. Dann, auf einmal, viele Irokesen, rasierte Schläfen und sicherheitsgenadelte Stofffetzen.
Unter den Brücken von Menden herrscht ‚reges‘ Punkerleben. Ein frischer Wind im Straßenbild.
„Is Winter zurück“, fragt der Chef vom City-Grill bibbernd mit einem heißen Glas Tee in der Hand?
Wir nicken und gehen nach Hause.
Genug soziale Interaktion.

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