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„Rossini? Ist das nicht diese Baby-Schimmerlos-Klitsche? Der wir den Kir Royal zu verdanken haben?“
Ich sitze, Wunder über Wunder, in Menden vor dem Bahnhofsrestaurant Rossini und trinke Kaffee mit Blick auf den Vincenz.
Es riecht intensiv nach geschnittenen Gurken.
Das akustische Signal der Kreuzungsampel hört sich auf die Entfernung an wie das Freßgeräusch der Crazy Crabs, eines Taschenvideospiels aus den Neunzigern.
Es hat was von Sommer, denke ich und prompt geht Mendens Barfussgeherin vorbei und läßt ihre Fußballen von den Blindenstockleitlinien massieren.

Ein Zentrum Mendens liegt im Himmel
Ein Zentrum Mendens liegt im Himmel

„Tauwetter für Fette“, raunt wer hinter vorgehaltener Hand.
Die Schonzeit ist vorbei. Sozial und Rücksichtnahme war gestern.
Heut geht Eigennutz vor Gemeinnutz.
Kein Pardon mehr für fremde Normalitäten.
Ein Gerichtsurteil schmeißt einen alten, starken Raucher aus seiner Wohnung, weil er nicht aufhören will/kann und seine Aschenbecher nicht leert.
Erziehungsmaßnahmen im Namen des Volkes.

Ich bin auch Volk, aber für so einen Scheiß gebe ich meinen Namen nicht her.

narr

Blattern

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wildes Stiefmütterchen

Die Synchronisation der Fußballmassen verbannt mich in die Isolation.
Es ist ein unhöfliches und aufdringliches Pack, diese Fußballmasse.
Im Kleinen nationalisiert sie ihre Vereinsfarben, im Großen die Staatsfarben.
Kein Alltagsgegenstand, der nicht national beschmiert wurde.

 
Plötzlich ist alles ‚Wir‘.
Das ‚Wir‘ zeigt gleiche Symptome wie in einer Menschenfreundschaft, bei der man, kaum dreht man ihr den Rücken zu, ein Messer hineingedrückt bekommt.
Die Masse ist entzückt bei Schulterbeißern, Ellbogenrammern, Blutgrätschern oder Kopfstoßern.
Was bleibt, ist FIFA – verbrannte Erde.
Nicht umsonst nannte man früher die Pest auch Blattern

narr

soziale Interaktion

„Und wir brauchen heute noch etwas soziale Interaktion“, sagte ich zu meiner Liebsten, um wenigstens einen guten Grund für einen kleinen Spaziergang zu benennen.
Wenige Menschen in der Innenstadt, aufgestellte Fernseher quäken in Fußballsprache, einige Entgegenkommende tragen gewickelte Tücher gegen den kalten Wind.
„Möchtest Du im Strandkorb sitzen oder da“, frage ich die Liebste und nicke in Richtung des einzigen, freien Tisches.
„Nicht fragen. Einfach hinsetzen“, erwidert sie, während sich eine energische Mutti an mir vorbeidrängelt und schon mal ihr Handtuch auf dem freien Tisch ablegt.
„Soziale Interaktion“, murmle ich in meinen Milchkaffee.

Waffel in Kuhbar
Waffel in Kuhbar

Auf dem Rückweg, wie süß, sehe ich zunächst zwei Jugendliche durchs Blätterwerk und denke, einer von ihnen trage die Eselsohren, die PuppenSchulte für den Sommernachtstraum gemacht hat, aber zwei Schritte weiter stellt sich heraus, dass es ein in dicke Stacheln gelegter Afrolook ist. Dann, auf einmal, viele Irokesen, rasierte Schläfen und sicherheitsgenadelte Stofffetzen.
Unter den Brücken von Menden herrscht ‚reges‘ Punkerleben. Ein frischer Wind im Straßenbild.
„Is Winter zurück“, fragt der Chef vom City-Grill bibbernd mit einem heißen Glas Tee in der Hand?
Wir nicken und gehen nach Hause.
Genug soziale Interaktion.

Rinne!

Kloster Oehlinghausen
Kloster Oehlinghausen

 

Eigentlich wollte ich über die Schönheiten verschiedener Sauerländer Regionen schreiben – eine Tour zur Sorpe über Kloster Oehling – und Enkhausen mit schmalen Straßen und prallem, satten Grün weckt manchmal in mir dieses Bedürfnis – aber als ich am Seniorentreff in Menden vorbeigehe, fehlt da seit den Morgenstunden eine gut gewachsene, gesunde, mittelalte Platane.

P1010157Gäbe es doch Städteplaner, die gewachsene Strukturen einbezögen. Das aber sieht der Plan nicht vor. Eine Rinne, ein Rinnsal, ein Gerinnsel, hat schnurgerade zu sein. Wie es die Natur der Einfalt eben vorschreibt.

Ach Menden. So wirst Du nicht sympathischer.

Spannend allerdings würde es, brächte die Stadt nach dem Durchstich zum Glockenbachteich an dem oberen Einlauf mehrere kleine Behälter mit verschiedenen Lebensmittelfarben an.
Was für eine atmosphärische Verdichtung, wenn während der Hauptprozession zu Ostern das Rinnsal blutig rot durchs Zentrum rauschte.
Bei Weltmeisterschaften flösse abwechselnd schwarz – rot – gelb, bei Schützenfesten ocker und grün, zu Pfingsten gäbe es Glitzerkram ins Wasser, im Mendener Sommer Rinnsalhappenings oder Rinnenflashmobs.
Der Mühlengraben würde farblich nicht schlechter dastehen, und letztendlich fließt sowieso alles nach Fröndenberg.

Heringsdorf

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„Der Name klingt nett. Laß uns da Urlaub machen.“
„Aber Du magst doch keinen Fisch.“
„Da wird es auch bestimmt was anderes geben als Fisch.“
„In Heringsdorf?“
So, oder so ähnlich verlief die Unterhaltung vor circa drei Monaten zwischen mir und der Liebsten.
Mit dem Zug war es zwar eindeutig zu teuer, aber Heringsdorf auf Usedom klang so verlockend, dass wir uns entschlossen, mit dem Auto zu fahren.
Unsere erste Urlaubsreise mit dem Auto.
Das Navi bestimmt die Richtung, dann geht es eigentlich immer geradeaus.
Ein schwerer Unfall auf der A2 beschert uns auf der A1 eine Menge mehr an Fahrzeugen, inclusive einer Militärkolonne.
Hinter Hamburg wird es weniger, hinter Rostock wechselt der Straßenbelag ins Rötliche und die Ortseingangsschilder bekomen eine psychodelische Grelligkeit.
Der Baumbestand am Straßenrand hat für jedes Exemplar eine eigene Leitplanke. An einigen Bäumen hängen Kreuze.
Kein Meer rechts oder links, dafür ein Plakat mit freilaufenden Tigern auf Usedom.
Dann biegen wir einmal links ab und stehen in Heringsdorf auf dem Parkplatz Nr. 29 vom Hotel.
Wir checken ein, bekommen drei Schlüssel. Einen für die Schranke, einen fürs Zimmer, einen für die Haustüre und den Stellplatz Nr.27 fürs Auto.
„WLAN? Nein, tut mir leid. Das haben wir hier nicht. Aber die Touristeninformation hat einen Hotspot. Da zahlen Sie fünf Euro und bekommen ein Passwort. Parken Sie bitte noch Ihr Auto um. Die 29 ist reserviert.“
Das Zimmer im ersten Stock ist geräumig, mit Blickrichtung auf die Ostsee, die wir sehen könnten, wenn da nicht eine lange Häuserzeile stehen würde.

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Den versprochenen Seeblick findet die Liebste zwei Tage später abends beim Zappen durch die Fernsehkanäle. Ein Sendeplatz ist reserviert für eine alte schwarzweiß webcam, die die Ostsee, inclusive Wellen, Himmel und einen langen Steg mit Geschäften drauf zeigt.
Nachdem Hemden, Jacken, und Blusen aufgehängt, Kulturbeutel und Hygienekram im Bad deponiert sind, müssen wir uns etwas bewegen.
Acht Stunden Fahrt mit Pausen machen die Knochen steif.
Auf dem Weg zum Wasser kommen wir an der Touristeninformation vorbei.
Ich geh zum Tresen und frage eine Frau dahinter: “ Moinmoin. Äh, sagt man hier überhaupt moinmoin?“
Sie schaut mich streng an.
„Sie sind doch hier nicht im Westen.“
Der Ton erinnert an eine weichgespülte DDR-Grenzbeamtin. Mit der streitet man besser nicht.
Nein, erklärt sie, der Hotspot sei kostenfrei, aber ich müsste was mit einem guten Akku haben, denn dort, dabei zeigt sie auf einen Stuhl neben dem Tresen, gäbe es keinen Strom.
Dem gibt es nichts hinzuzufügen. Wir gehen an den Strand.
Es riecht wie Meer, es rauscht wie Meer, Möwen kreischen, es ist Meer.
Meer mit breitem Sandstrand, Seegras, Muscheln und Dünen.
Hach.
Wir stapfen beseelt durch Sand und Muschelmulch, atmen berauscht salzige Meerluft und sind nach zehn Minuten so erschöpft, dass wir zum Hotel zurückwanken.

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Im Hotel gibt es ein Fischrestaurant und eine Pizzeria.
Wir sind die einzigen Gäste im Fischkutter.
Ich esse matschigen Matjes mit verbrannten Bratkartoffeln nach Hausfrauenart, die Liebste in Sauce ertrunkenen Lachs mit aufgewärmten Kartoffeln vom Vortag und einem kleinen Brokkolus.
Wir ahnen, warum wir hier die einzigen Gäste sind. Egal. Der Hunger treibts hinein.
Die Betten sind gut, und weit vor der Tageschau sind wir eingeschlafen.

P1010116P1010117 Beim Frühstück scheucht uns eine polnische Grete mit blonden Zöpfen vom Fensterplatz weg an einen Tisch in eine dunkle Ecke. Da stehen noch zwei Tassen, alle anderen Tische sind abgeräumt.
Das Büffet ist ok.
Während wir unseren letzten Kaffee trinken, kommt wer chefähnliches an unseren Tisch und beginnt zu reden.
„Wenn ich Ihnen einen Tipp geben darf. Bleiben Sie so, wie Sie sind.“
Diese Eröffnung erstaunt uns einigermassen und ich frage freundlich zurück: „Und wenn wir Serienmörder sind?“
Das verwirrt ihn, weswegen er sich, nach Worten suchend, zurückzieht.
Möge der Urlaub beginnen.

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Seltsamer Urlaub, wenn ich schon morgens um acht Uhr hellwach bin und irgendwie versuche, die Gespenster der Nacht abzuschütteln.
Tod und Gewalt, die Nacht trug Blut in sich.
Alles Bekannte, mir lieb und vertraut, war gestorben. Auf einem Busparkplatz mußte ich mich gegen vier Menschen wehren, die schon ein paar Leute dort umgebracht hatten und einen Bus kapern wollten.
Ich drückte wem die scharfe Klinge meines Schweitzer Messers in die Kehle. Es gab verschiedene Variationen. Stechen in die Luftröhre, wahlweise Adamsapfel, Durchtrennen der Halsschlagader, aufschneiden der gesamten Kehle. Alles in Farbe, 3D und Einiges sogar in slow-motion.
Mit der Waffe des Erstochenen (oder war es eine Sie?) unter den Bus gerollt, auf Füße geschossen, dann in einen liegenden Kopf.
Der Traum war erst ab achtzehn freigegeben.
Dann ging die Ballerei ein wenig durcheinander.
Abgesägte Schrotflinte, Pumpgun, Mündungsfeuer in grellen Farben, aber alles ohne Ton.
Am Ende versuchte ich vor einem imaginären Gericht zu erklären, wieso ich in solch einen Blutrausch rutschen konnte. Aber es hörte sich selbst für mich nicht plausibel an.
Endlich wachgeworden, steckte mein Körper in einer fünf Millimeter dicken Schweißschicht. Ob das wohl an den Chakalakachipsen lag? Die Liebste meint, da sei zuviel Afrika drin.

Haben wir bei der Buchung des Hotels übersehen, dass hier das empfohlene Mindestalter bei 72 liegt?
Usseliges Wetter am Meer ist auch nicht besser, bloß, weil es am Meer ist.
An der Strandpromenade werden für das Wochenende Stände aufgebaut. Ein Kinderkarussell steht schon länger da. Es ist wie Kirmes mit Meeresrauschen und jeder Menge Regen.
Auf dem Weg zum Cafe Röntgen in den nächsten Ort werden wir patschnass. (Übrigens sehr zu empfehlen, das Cafe´Röntgen.)
Das passt gut zu dem Kaffeeknoten in meinem Magen.
Damit kann ich die Zeiten von grande cafe´noir und eine Broyard oder Gitanes mais auch abhaken. Kommt jetzt der Schonkaffee und fad gesalzene Speisen?
Ich sehe einem Menschen beim Verzehr seines Fischbrötchens im Gehen zu und ahne, wie das Leben kurz nach dem aufrechten Gang aussah.

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Da bin ich doch zufällig auf ein Usedomer Geheimnis gestoßen.
Es gibt hier einen Menschen, der seine Zeichen hinterläßt.
Wie ein Revolverheld, der pro Opfer eine Kerbe in den Griff seines Coltes schnitzt, oder ein Arsch, der pro Mädel ein Strich an die Tapete macht, geht ein Mensch auf Usedom herum, der auf den Toilettensitzen , wo der rechte Oberschenkel aufliegt, an der Innenseite ein kleines Stück des Materials abschält.
Oder aber Hotels, Restaurants und Cafes dieser Gegend haben von einem Hersteller ein Kontingent leicht beschädigter Toilettensitze gekauft.

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Endlich ist Strandwetter, Sand zwischen den Zähnen Wetter.
Nordic-Walkerinnen stanzen Löcher in das feuchte Silizium und zerkratzen es.
Man muß schon auf dem Bauch kriechen, um nicht zufällig fotografiert zu werden, aber sicher ist das auch nicht.
Menschen, die bis zum Bauch im Wasser stehen, filmen ihre gummibereiften, paddelnden Kinder, Spanner fotografieren Bikinis, Ehemänner die Frau mit Möwe, Oma den Opa mit Spatzen.
Das Kindergefängnis hat geöffnet. Für zwei Euro kann man den lieben Kleinen für fünfzehn Minuten ins Bällchenbad wegsperren.
Ein Kontrollorgan der Ordnungsbehörde läßt sich die Tickets der Kurtaxe zeigen.

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Bevor der Sand uns wundgeschliffen hat, verlassen wir den Strand.
Die Kirmesbuden haben geöffnet und bieten ihren Nippes wohlfeil.
Hornkämme,  Ledernamensschilder, bemalte Frühstücksbrettchen, graviertes Glas und Schafseife, die Auswahl ist groß. Bei dern Filzhüten aus Kirgisien meint die Verkäuferin, Sauerländer trügen tiefergelegte Ohren am Kopf.
Die Sonne verschwindet, wir gehen zurück ins Hotel.
Heute ist D-Day. Die Liebst und ich sind seit fünfzehn Jahren zusammen, und irgendwas mit der Normandie ist auch noch.

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Auch ohne Gespenster in der Nacht hat sich das Wachwerden auf acht Uhr eingependelt. Hoffentlich bleibt das nicht dauerhaft.
Die polnische Gretel mit den blonden Zöpfen sagt „Jo“ auf die Frage, ob ich auf der Terrasse einen Tee bekomme. Das „Jo“ hat etwas eigenes.
Ihr „o“ ist langatmig und bauchig, als würde der Laut in einer kleinen Höhle gebildet und hätte Bock, durch die gespitzten Lippen zu flutschen..
Heiß ist es und es wird merklich voller am Strand.
Die Duftmischung aus Sonnenschutzaromen, Schweiß, Salz und Muschelmus riecht hochsommerverdächtig.
Es hat den Anschein, alle Seniorenzentren der Republik machten eine Pfingsttour nach Heringsdorf.
Es ist kein Strand der Schönen, der Reichen und der Jungen.
Das fahle, alte Fleisch ist schnell gar, und rote Rentner sind in der Überzahl.
Die Liebste meint, das könnten wir in zwanzig Jahren sein. Nicht nett.

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Die Promenade ist jetzt so voller Menschen, dass es eine Einstimmung auf die Pfingstkirmes in Menden bei guten Wetter ist. Außerdem ist noch ein Kleinkunstfestival vor Ort. Allerdings zahlen sie den Künstlern nichts. Die Kurgäste werden gebeten, doch etwas in den Hut der jeweiligen Akteure zu werfen. Pfiffig.
In zwei verschiedenen Cafes bestelle ich einen Milchkaffee, in beiden bekomme ich einen Filterkaffe mit zwei Döschen Kondensmilch. Das mag daran liegen, dass so gut wie alles Servicepersonal vor Ort aus Polen kommt und mal mehr, eher weniger deutsch spricht. Auch pfiffig.
Eine Fastglatze raunzt auf den Freudenausbruch: „Hach, ist das schön hier“, eines Neutouristen seiner Begleiterin zu: „Die gehn mir auf den Sack, diese Westaffen.“

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Es gibt noch leerstehende, verfallende Häuser in Heringsdorf. Mitten im Zentrum, gegenüber unsers Hotels, steht eine mehrstöckige, ehemalige Einkaufsbutze zwar begehbar, ansonsten aber ziemlich leer. In Bansien, strandläufig zwei Kilometer von Heringsdorf entfernt, behauptet sich ein häßliches Hohlblocksteingebilde, einstöckig mit Flachdach und schwerer Eisenschiebetür zwischen neuen Buden und Behindertentoiletten. Es steht leer, und die Liebste vermutet darin eine Versorgungsstation aus sozialistischen Zeiten. Schade auch, dass das alte Kino in Ahlbeck vergammelt.
Das sind aber Randerscheinungen und nur deswegen so auffällig, weil all die anderen Villen, Schlösschen und Protzbauten so gut saniert dominieren.
Immobilienhändler, die nach dem Mauerfall ausschwärmten wie die Fliegen und Sahnestückchen von Ostdeutschland einverleibten, haben überall ihre Zeichen hinterlassen.

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Für das Abschiedsessen suchen wir uns ein Thai-Restaurant an der Promenade aus. Der Laden ist nobel.
Angebich hat der Chefkoch schon für König Bhumibol Adulyadej gekocht.
Draußen rußen schwarze Petroleumfackeln, geben der Atmosphäre der Gartenterrasse einen benzinigen Beigeschmack.
Allerdings haben wir übersehen, dass Sontags Grillzeit, Fleischzeit ist, und auch nicht anderes als Grillfleisch in der Speisekarte steht.
„Wir haben nur eine acht Quadratmeter kleine Küche. Wenn da Sonntags die Terrasse voll ist, gäbe es stundenlange Wartezeiten. Deswegen Sonntags nur Grillen und Draußen.“
Unter der Woche kommen wohl nicht so viele Gäste.
Wir gehen weiter nach Ahlbeck und finden zufällig ein anderes, thailändisches Restaurant.
Ein stilsicher eingerichteter, quadratischer Glas-Stahlbau mit ausgesucht höflichem und offensichtlich kompetenten Service, einem buddhagefälligen Essen, dem es etwas an Würze fehlte, aber vielleicht mag Buddha laffes Essen.
Thailändischer Nachtisch aus süßem Klebereis mit Kokosschlagsahne, Mangomus, sehr lecker das.
„Und für mich bitte einen Bambusschnaps.“
Auf dem Heimweg jagen Blitze durch Gewitterwolken, in der Nacht wütet das Unwetter moderat bis verschnupft.

Am Frühstücksbüffet schaut eine schwangere Mutter einen Gast mit besonderen Bedürfnissen grimmig an, als befürchtete sie, er könne ihr Ungeborenes anstecken.
Ab nach Hause.
Ein Stellwerk habe es erwischt, sagen die Nachrichten, weswegen der Zugverkehr durcheinandergeriete. Da sind wir doch froh, das wir mal den Wagen genommen haben. Die Fahrt in die Gewitterfront ist zwar nicht lustig, aber auch nicht dauerhaft.
Zusammenfassend war es ein schöner Urlaub. Die Gegend ist toll, die Preise meistens fast erträglich. Der Vollständigkeithalber sollte ich erwähnen, das natürlich überall an der Promenade ein kostenloser Hotspot war, aber woher sollte die Frau hinter dem Touristeninfotresen das wissen. Fakt ist aber auch, dass meine Liebste und ich gar keine Lust auf Computer oder mobile Endgeräte hatten. Es war ja Urlaub.
Jetzt die Kirmes?