Frühsport

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Aua. Ächz. Knack. Wirbelknirsch.
Wieso hab ich meinem Autisten versprochen, heute Mittag mit ihm Laufen zu gehen?
Mir steckt noch das Fensterputzen – rauf auf die Fensterbank, runter von der Fensterbank und alles ohne Leiter bei gefühlten 1345 Fenstern – in den Knochen.
Die Sonne ruft Juhuu, der Rücken knirscht krrkru, die Beine schlapp wie alte Luftballons, der Magen noch geweitet von der Geburtstagsvöllerei mit meiner Liebsten, und es war so lecker.
Das ist nicht die Leichtigkeit des Seins, die man sich für einen Autistenpommeslauf so wünscht.
Und der Fettnapf, der jetzt an einem meiner Füße klebt, weil ich die griechische Verkäuferin des letzten, richtigen Bäckers der Kleinstadt fragte, ob sie die Konkurrenz, hier in Filiale 43, fördere, trägt nichts zur Leichtigkeit dazu.
Ihre Blicke werfen mindestens drei schlechte Karmapunkte.
Um so überraschender und wohltuend, dass meine guten Karmapunkte, so scheint es, sich in der Überzahl befinden, denn während des Rollens durch die Zone kam ein Anruf auf mein mobiles Telefon.
„Ja. Guten Morgen. Tut mir leid, aber der will nicht raus aus seinem Bett. Entschuldigung, dass ich so kurzfristig anrufe.“
Auf der Stelle gedreht, sozusagen mit quietschendem Rollerreifen, die Zone wieder hochgerollt zu einem weiteren Kaffee mit Croissant.
Das ist der Frühsport um die Mittagszeit, der meinem Körper sehr entgegenkommt.

narr

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