kleine Insel Ich

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„Ich bin das letzte Stückchen heile Welt in dir,“ sagt Cäsar der Hase, und Therapeutinnen lachen schauerlich.

Eine Mutter quengelt im Beisein ihrer Tochter, wie anstrengend doch so ein Kindergeburtstag sei.

„Dreißig Brötchen schmieren im Kindergarten, am Nachmittag zu Hause den Kindergeburtstag mit Schatzsuche organisieren, ach, ich bin es so leid.“

Das Kind macht große Augen und hört ganz aufmerksam zu.

Es riecht nach strenger Seife.
Bilder von Menschen, die mit einer Bürste verzweifelt ihre Arme blutig schrubben, ihren Körper mit Desinfektion malträtieren, aus Angst vor dem Leben da draußen, laufen im inneren Kino über die hauchdünne Membrane der eigenen Vorstellung.

Ich kannte eine Frau, die sich mit dreißig Mal Zähneputzen am Tag ihre gesamte Mundhöhle zerstört hatte.
Eine andere Frau besaß keine Haut mehr an den Händen.
Das Pilatus-Syndrom.
Alle Schuld wird abgewaschen?
Es gibt so entsetzlich viel Schuld, wenn man es darauf anlegt.

Achtlos gehen wir miteinander um.
Gefüllt mit Verachtung und viel zu wenig Achtung für das Leben außerhalb der kleinen Insel Ich.

narr

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