Pflaster

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Gerade fragte ich einen Mann vom städtischen Bauhof, der die Asphaltdecke der Bushaltestelle an der Kolpingstrasse reparierte, ob es nicht klüger sei, die alten Pflastersteine, die sich vierteljährlich durch die neue Decke wursteln, freizulegen.
„Na“, brüllte er über den Krach der Rüttlermaschine.
„Na! Das wird doch puckelig!“
Das stimmt.
Die alten Pflastersteine aus der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts ergeben keine gerade Fläche, eher eine gewellte, was in einer Dreißigerzone nicht wirklich stören sollte.
Spätestens nach 200 vollen Gelenkbussen und den großen Autotransportern vor Opel Bichmann bröselt der Asphalt erneut so vor sich hin.
Die Pflastersteine liegen seit achtzig Jahren, manche auch schon hundertfünfzig Jahre da, wo sie hingelegt und eingepasst wurden.
Aber der Fortschritt gebietet und AutofahrerInnen verlangen glatte Flächen. Also Asphalt darüber.
Und wer widerspricht schon dem Fortschritt oder den umweltkaputtmachenden AutofahrerInnen?
Hinterher werde ich noch als Luddit beschimpft.
Wer will das schon?

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