Samstagblues (kurz vor der Arbeit)

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„Der Junge hat heut ein Butterbrot frei,“

lautet der Spruch eines Vaters, und schon rattert der innere Fragenkatalog.

Heißt das, dass er heute ein Butterbrot extra essen darf?
Bedeutet es, dass er eine Stulle überspringen darf?
Ist heute sein Namenstag, oder hat er sein Zimmer besonders gut aufgeräumt?
Die Fragen bleiben offen, da der Vierjährige mi seinem Charme und seinem Lächeln alle um den Finger wickelt.

„Ich weiß doch nirgendwo unterkommen,“ greint ein Sandkastenbekannter von mir. „Ich kipp dauernd um.“
Die Einschläge kommen näher, hallt eine Stimme in meinem Geist. Sie kommen näher.
Wird er der Nächste sein?

Atme ich durch die Nase ein, hört es sich an, als klingle in der Ferne ein Telefon. Die Fantasie sagt: kein Anschluss unter dieser Nummer, trotzdem hab ich den Impuls, ständig den Hörer abzunehmen. Atme ich aus, antworten mir Ziegenbauern von La Gomera in El Silbo, und das Pfeiffen im Kopf nimmt keine Ende.
Kommen die Frauenhintherpfeiffer der Kolpingstraße dazu, entsteht eine Kopfkakophonie, in die Ilse Werner einstimmt.

Sollte das nicht ein ruhiges Wochenende werden?

narr

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