Oft sind optisch schöne Menschen haptisch eine Katastrophe

Es ist heiß.

Der Jogger des Todes joggt, hochrot im Kopf und schweißversprühend durch die Zone.

Sein Laufkumpel ist schon vor Jahren verstorben, dessen Bruder noch eher. Beide waren Spielkameraden des narren.

“Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder.”

Im Lied heißt die Gegend Unterstadt, in Hamburg Rauhes Haus, hier Rauerfeld.

Oft sind optisch schöne Menschen haptisch eine Katastrophe.

Ein Jungfotograph des Gerüchteblättchens trägt sein Riesenteleobjektiv auf Schritthöhe. Vielleicht, um von inneren Defiziten abzulenken.

Die kurzatmigen RentnerInnen drehen den Sauerstofftank an ihrem Rollator auf und pusten sich gegenseitig in´s Gesicht. Sexualität hat viele Gesichter.

Die klebrige Luft läßt klebrige Vorstellung gedeihen. Nicht gut.

Der jüngere Sohn des Musikmoguls trägt sein spärliches, graues Haupthaar zum Pferdeschwanz gebunden.

Der Exorzierplatz, manche sagen auch Exerzierplatz, manche Rathausplatz, kann bei hellem Sonnenschein nur durch dunkle Lichtschutzgläser betrachtet werden. Andernfalls stechen Lichtdornen die Augen aus und es besteht die Gefahr des spontanen Erblindens.

Die Gala-Bauer schlämmen die letzten Fugen im Schatten ein, ein Rentner, der seinen Spass daran findet, die Arbeit der Pflasterer zu kommentieren, beginnt unvermittelt:

“Schenkt man sich Rosen in Tirol” zu singen.

Zwei Teenies plantschen im Geschichtsbrunnen.

Es ist heiß!

narr

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