Rauch

Neuer Tag, neues Glück.

Kümmern wir uns um die Details.

“Haben sie schön dunkel gebackene Brötchen?”

Eine Frau, um die sechzig, graugrüne Leinenhose, grauschwarz melliertes Jacket in exakt der gleichen Farbe und Struktur wie ihre toupiert und flachgelegten Haare. Sie wirkt wie aus einem Stück gemacht, irgendwie velourig und stellt die Brötchenfrage mit dunklem Timbre.

Tittenturm, so lernt der narr von einer beginnenden Studentin, heißt der Teil der Uni in Dortmund, in dem Hauptsächlich Frauen studieren.
Ein Teil des Volkes, das Dummedeutschvolk, zeigt sich dummdreistdoof von seiner schlechtesten Seite und wettert über seinen Präsidenten. Herr Scholl-Latour hat so recht mit seiner Aussage über die Religionskriege unserer Zeit. Die haben nie aufgehört, die Kriege. Kreuzzug im 21ten Jahrhundert.

“Geben sie mir bitte eine halbes Brot. Wir kommen nämlich gerade von der Modenschau. Ich muß dringend weniger essen. Haben sie noch Mandelballen?”

Der raucherbeinamputierte Raucher rollt rauchend im Rollstuhl am narren vorbei. Eine Geruchsfahne von Verwesung, Verbrennung, aschenbecherhaft, folgt ihm. Wo er rollt, wächst kein Gras mehr, wo der Rollstuhl hält, zieht sich die Erde qualvoll zusammen, würde sich am liebsten sofort auftun, ihn zu verschlingen, aber Geräuchertes hält ganz schön lange.

“Man sagt nicht mehr Gesundheit”, korrigiert eine Frau eine Andere, die auf das Niesen der Verkäuferin reagiert. Dabei sollte sie sich Sorgen um ihre Gesundheit machen, da feine Tröpfchen sich über Berliner, Armeerikaner, Vanillehörnchen oder Schweineohren legen.

Wie kann der narr das Komische eines Kindes beschreiben, welches auf Grund von mangelnder Hand-Augen-Mund Koordination versucht, aus so etwas Ähnlichem wie ein Astronautenbeutel mit Flüssigkeiten zu trinken, und bei jedem Versuch, die Trinkschnaupe zum Mund zu führen, zu feste drückt, und die Flüssigkeit über seine Hände läuft. Immer und immer wieder. Wie gut, dass wir Schwerkraft haben.
Herr Geiznörgl, der narr muß diese Person jetzt einführen, er ist der Prototyp des nörgelnden, geizigen Deutschen, der an Allem etwas auszusetzten hat, Herr Geiznörgel setzt sich an den narrentisch und beginnt sofort mit seinem Lamento.

Neuer Personalausweis, neues Foto, obwohl er noch alte Fotos habe, neue sind doch viel zu teuer, und sowieso, er sei doch flexibel, er könne doch vormittags spontan arbeiten, aber nee, er sei nicht flexibel, er könne doch abends nicht arbeiten, und die Portionen im Cafe seien doch viel zu klein, der Kaffee zu dünn, die Milch nicht schaumig genug, der Krach zu laut, die Stille zu leise, der Himmel zu blau, die Sonne zu hell, es sei doch scheiße, dass eine Stunde 60 Minuten hat und das Wasser nass macht.

What a wonderfull world, singt Louis Amstrong, die Satire währt ewiglich.

 

narr

 

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